Straftäter zahlen Millionen an soziale Projekte

Mit dem Bollerwagen im Schlepptau machen sich die „Beeke-Löwen“ auf die Socken. © Heyne

Quelle:  NDR.de, 27.06.2017

Straftäter in Niedersachsen mussten im vergangenen Jahr rund 5,4 Millionen Euro an soziale Einrichtungen und die niedersächsische Staatskasse zahlen. Das teilte das niedersächsische Justizministerium mit. In Niedersachsen enden Jahr für Jahr Hunderte Ermittlungs- und Strafverfahren mit einer Geldauflage, weil die Schuld des Täters als eher gering angesehen wird. In den drei Vorjahren lag die Summe zwischen 5,8 und 6,1 Millionen Euro.

1.000 Vereine profitieren von Zahlungen

Die Spanne reichte von 40 Euro für die Celler Tafel bis hin zu mehr als 400.000 Euro für die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen. Dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke wurden mehr als 200.000 Euro zugesprochen, die Straßensozialarbeit in Göttingen erhielt knapp 60.000 Euro. An wen das Geld geht, entscheiden Richter und Staatsanwälte. Sie können aus einer vom Oberlandesgericht Oldenburg erstellten Liste mit rund 2.000 gemeinnützigen Einrichtungen auswählen. Im vergangenen Jahr profitierten mehr als 1.000 Vereine von den Geldauflagen, darunter zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte, Natur- und Tierschutzvereine sowie Wohlfahrtsverbände. Das Justizminsterium hat die Empfänger der Geldauflagen jetzt zum zweiten Mal veröffentlicht, damit solle mehr Transparenz geschaffen werden.

Wie viele Geldauflagen der niedersächsischen Staatskasse zugesprochen wurden, konnte der Sprecher nicht sagen. Die Kosten würden nicht gesondert erfasst.