Hilfe in schweren Zeiten

Tag des Ehrenamts: Einmal pro Woche besucht die ehrenamtliche Löwenherz -Kinderhospizbegleiterin Heike Schultze den 15 Jahre alten Leandro. Während dieser Zeit kann seine Mutter Durchatmen und Krafttanken. (Foto: Kinderhospiz Löwenherz)

Pressemitteilung - Syke, 01.12.2017

Internationaler Tag des Ehrenamts am 5.12.: Löwenherz-Kinderhospizbegleiterin Heike Schultze unterstützt Familie

Bassum/Bremen - Unheilbar erkrankte Kinder und ihre Familien auf ihrem Lebensweg begleiten: Das ist die Aufgabe des „Ambulanten Kinderhospizdienstes Löwenherz Bremen und Umzu“. Damit das gelingt, sind in der Region 52 Ehrenamtliche im Einsatz. Sie haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Familien: Sie spielen, basteln und singen mit den Kindern oder engagieren sich in der Öffentlichkeitsarbeit.

Eine der Ehrenamtlichen ist Heike Schultze (54), die sich einmal in der Woche nach Bassum zu Leandro fährt. Der 15-jährige leidet seit seiner Geburt am sogenannten „West-Syndrom“. Der Gendefekt verursacht bei dem geistig und körperlich mehrfachbehinderten Jungen schwere Epilepsien sowie eine Ernährungsstörung. Bis vor drei Jahren war hauptsächlich seine Mutter Ingrid für ihn da. Dabei blieb viel Privatleben und Zeit für die eigenen Bedürfnisse auf der Strecke. „Wir sind spät Eltern geworden, da springen die Großeltern nicht mehr ein. Die sind mittlerweile auch selbst pflegebedürftig“, sagt sie. Erst mit der ehrenamtlichen ambulanten Kinderhospizbegleiterin Heike kam die langersehnte Entlastung ins Haus. „Ich weiß meinen Sohn gut versorgt und kann jetzt freitags unbeschwert meinem Hobby nachgehen“, freut sich Ingrid. Sie besucht in ihren freien Stunden einen asiatischen Qigong-Entspannungskurs.

Auch bei Elternabenden oder wichtigen Terminen hat die Familie jetzt Unterstützung gefunden. Denn in dieser Zeit wird Leandro von Heike Schultze betreut. „Ich habe keine feste Aufgabe, sondern schaue wozu er Lust hat“, sagt sie. Der Junge kann sich zwar wegen seiner schweren Behinderung nicht äußern, doch die Ehrenamtliche kennt ihn mittlerweile genug, um zu wissen was er möchte. Neben seiner Matratze mit den vielen Kissen liegen Spielsachen. Dazwischen ein großer Kamm. „Wenn ich über die Zinken streiche, macht er Geräusche und das gefällt ihm“, beschreibt die 54-jährige, während Leandro danach greift. Nach wenigen Minuten erregt ein klingendes Windspiel seine Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit Heike berührt er das Instrument und schon beginnen die Augen des Jungen regelrecht zu leuchten.

„Die Koordinatorinnen von Löwenherz haben genau die richtige Begleitung für uns ausgesucht“, lobt Mutter Ingrid. Es sei nicht nur ein besonders enges Vertrauensverhältnis zwischen Leandro und Heike entstanden, sondern auch zu ihr.
„Wir sprechen bei einer Tasse Tee über persönliche Dinge, die mich beschäftigen. Und auch wenn ich mal körperlich und geistig fertig bin, dann ist Heike eine große Hilfe“.

„Ich finde es gut, wenn sich Menschen gegenseitig helfen und auch ich habe schon davon profitiert“, sagt Heike. Deshalb habe sie vor Jahren auch die Ausbildung zu Heilerziehungspflegerin abgeschlossen und bereits viel mit behinderten Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Weil sie Interesse an der Kinderhospizarbeit hatte und sich ehrenamtlich engagieren wollte, absolvierte die Bassumerin den Vorbereitungskurs bei Löwenherz.

In der Schulung lernte sie und die anderen angehenden ehrenamtlichen Kinderhospizbegleiter, wie Menschen in Krisensituationen reagieren oder welche Auswirkungen unterschiedliche Krankheitsbilder haben. Auch der eigene Umgang mit den Themen Leben, Sterben, Tod und Trauer standen auf dem Lehrplan.
Am Donnerstag, den ersten Februar 2018 informiert Löwenherz über den neuen Vorbereitungskurs, der im April beginnen soll. Interessierte sind herzlich eingeladen sich anzumelden. Telefon: 0421 / 841 31 55 oder per Mail: ambulant(at)loewenherz.de

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