„Man lernt für das Leben“

Das Freiwillige Soziale Jahr im Löwenherz hat Bea Frömke bestärkt im Herbst ein Medizinstudium zu beginnen.

Pressemitteilung - Syke, 06.06.2017

Freiwilliges Soziales Jahr im Löwenherz als Entscheidungshilfe

Syke – Die Suche nach dem Traumberuf ist für viele Schulabgänger oftmals schwierig. Eine Entscheidungshilfe kann das sogenannte Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bieten. Vier freie Stellen hat das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz ab 1. August zu besetzen, denn die derzeitigen FSJ-ler beginnen im Herbst ihre Ausbildung oder Studium.

Eine von ihnen ist Bea Frömke. Für die 20-jährige aus Bruchhausen-Vilsen stand relativ früh fest, dass sie Ärztin werden möchte. Doch vor dem Medizinstudium wollte sie noch einmal die praktische Seite kennenlernen, vor allem die Arbeit mit Kindern. „Obwohl ich mich hier mit unheilbar kranken Jugendlichen beschäftige, habe ich ganz viel für das Leben gelernt und es hat mich in meinem Berufswunsch bestärkt“. Bea wird im Löwenherz im Bereich Pflege eingesetzt. Sie kümmert sich eigenständig um die Grundversorgung, wozu Waschen, Anziehen, Essen geben und die Alltagsgestaltung der Kinder und Jugendlichen gehört. Egal welche Tätigkeit sie gerade im Kinderhospiz ausüben, Bea und die anderen FSJ-ler tragen stark zur Entlastung der Familien bei.

„Jeder Tag ist anders – hier wird es nicht langweilig“, findet die angehende Medizinstudentin. Je nach Lust und Laune der Kinder- und Jugendlichen geht sie mit ihnen beispielsweise im Garten spazieren, in den Musik-Therapieraum oder auf den Spielplatz. Schön sei es auch mit den Mädchen im Bewegungsbad Wellness zu machen oder mit den Jungs Playstation zu zocken. Von Vorteil sei ihr Alter. Die Jugendlichen haben keine Berührungsängste und sehen in der 20-jährigen einen gleichberechtigten Partner. Das hat auch die Leiterin des Kinderhospizes Gaby Letzing festgestellt. „Die jungen Kolleginnen geben wichtige Impulse, von denen auch wir älteren und erfahrenen Mitarbeitenden lernen können“. Gleichzeitig würden die FSJ-ler sehr schnell ein Verantwortungsgefühl entwickeln. Also eine win-win-Situation für alle Seiten.

„Ich bin total dankbar in so einem tollen Team arbeiten zu können, das uns FSJ-ler wertschätzt. Hier gibt es auch keine Hierarchie“, sagt Bea, die bei Fragen oder Sorgen jederzeit zu den examinierten Pflegekräften gehen kann. Während des Freiwilligen Sozialen Jahres werden zahlreiche Seminare angeboten - von Deeskalationstraining über Entspannungstechniken bis hin zu Lach Yoga oder Resilienz. Bea Frömke ist traurig. In wenigen Wochen endet ihr Engagement im Kinder- und Jugendhospiz. Sie hat bereits den festen Entschluss gefasst: „Ich komme nach dem Studium zurück und möchte dann gerne als Kinderärztin im Löwenherz arbeiten“.

Wer Interesse an einem FSJ im Löwenherz hat, kann sich noch bei der Pflegedienstleitung Dorota Walkusz melden - per Mail an: walkusz@kinderhospiz-loewenherz.de oder Kinderhospiz Löwenherz, Pflegedienstleitung, Dorota Walkusz, Siebenhäuser 77, 28857 Syke.

Im Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke (Landkreis Diepholz) können jährlich bis zu 250 Familien mit unheilbar erkrankten Kindern und Jugendlichen zu Gast sein. Sie können für bis zu vier Wochen im Jahr aufgenommen werden. Beide Häuser haben jeweils acht Pflegezimmer sowie Zimmer für Eltern und Geschwister. Die schwerstkranken Gäste werden von professionellen Pflegekräften rund um die Uhr liebevoll versorgt, während sich ihre Familien erholen können. Das Kinder- und Jugendhospiz ist das erste in Niedersachsen und Bremen und wird rund zur Hälfte durch Spenden finanziert. Daneben bietet Löwenherz mit seinen ambulanten Kinderhospizdiensten in Bremen und Braunschweig Familien mit erkrankten Kindern Begleitung und Unterstützung an. Der Stützpunkt in Brauschweig kooperiert zugleich mit Vereinen aus der Region und vermittelt bei Anfragen Familien mit unheilbar erkrankten Kindern an den nächst gelegenen Dienst. In Niedersachsen arbeitet Löwenherz mit insgesamt 23 Hospizvereinen zusammen und bildet Ehrenamtliche in Kinderhospizarbeit aus.

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