Geschwisterkinder fühlen sich nicht benachteiligt

David, Carolin, Jasmin, Anna und Ikhlas erzählten auf dem Vortragsabend wie es ist mit einem unheilbar erkrankten Bruder oder einer Schwester zu leben. Die Koordinatorinnen Andrea Mertens und Thekla Lund vom Ambulanten Kinderhospizdienst Löwenherz Bremen und Umzu hatten zu der öffentlichen Veranstaltung eingeladen. (von links nach rechts)

Pressemitteilung - Syke, 20.10.2017

Vortragsabend von Löwenherz über ambulante Kinderhospizarbeit

Bremen – „Wir erleben keine Abgrenzung und haben auch keine Nachteile, nur weil wir einen unheilbar kranken Bruder oder Schwester haben“. So lautet der positive Tenor der fünf Geschwister, die am Donnerstag an einem Vortragsabend des ambulanten Kinderhospizdienstes Löwenherz Bremen und Umzu teilnahmen. Vor rund 60 Besuchern im Bremer Veranstaltungsort Altes Fundamt erzählten Jasmin, Anna, Ikhlas, Carolin und David wie es ist, mit einer schwer kranken Schwester oder Bruder zu leben. 

„Bei meinen Freunden zuhause ist es oft genauso chaotisch wie bei uns“, sagt Jasmin, die von den anwesenden Gästen daraufhin Lachen erntet. Trotz des ernsten Themas lauschte das Publikum gelöst und gespannt den Berichten der Kinder und Jugendlichen – auch über komische Momente. So erinnert sich die 22-jährige Carolin an eine Freundin, die Angst vor ihrer Schwester hatte und sie nicht anschauen konnte. Die anderen Geschwister erzählten, dass man ihnen und ihren schwerkranken Schwestern oder Brüdern mit Normalität begegnet. Sie würden auch nicht benachteiligt – erst recht nicht von ihren Eltern. Alle Beteiligten lehnten den Begriff „Schattenkinder“ vehement ab. So werden Kinder umgangssprachlich bezeichnet, die weniger beachtet werden - beispielsweise wenn der Bruder oder die Schwester behindert oder schwer erkrankt sind.

Dass die gesunden Geschwister genügend Aufmerksamkeit bekommen sei auch dem ambulanten Kinderhospizdienst von Löwenherz zu verdanken, so die einstimmige Meinung der Geschwister. Zum Beispiel begleitet die Ehrenamtliche Heide seit neun Jahren Carolin und ihren 15 Jahre alten Bruder David. Für ihn ist wichtig, dass Heide nicht nur für seine kranke Schwester Marsha da ist, sondern auch für die anderen Familienmitglieder. Und seine Schwester Carolin ergänzt: „Heide hat immer ein offenes Ohr für uns und hat sich früher auch immer meinen Liebeskummer mit Freunden anhören müssen“. Die 14-jährige Anna freut sich besonders, wenn man gemeinsam bastelt, redet oder einfach nur gemeinsam lacht.

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