Löwenherz: Mehr Unterstützung für Familien

Ehrung für zehn Jahre Mitgliedschaft im Verein Kinderhospiz Löwenherz: Gert Kettmann, Tina Oelker und Marion Zwilling (Vorstand 1,3,5 von links) übergaben die Urkunden und ein Präsent an Heiko Hörstmann, Elisabeth Lohbreier, Thomas Rohwer-Kahlmann und Wolfgang Schmitz.

Pressemitteilung - Syke, 21.06.2017

Mitgliederversammlung des Vereins – positive Entwicklung bietet Chancen für neue Angebote

Das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz erweitert sein Angebot. So können im nächsten Jahr Familien mit unheilbar kranken Kindern ihren Urlaub in einem Ferienhaus in Bad Zwischenahn verbringen. Löwenherz-Geschäftsführerin Fanny Lanfermann wies in ihrem Rechenschaftsbericht während der Mitgliederversammlung in Syke darauf hin, dass der im vorigen Jahr gefasste Beschluss zum Kauf einer Ferienwohnung umgesetzt  wurde. „Bislang gab es nur wenige Möglichkeiten für diese Familien in einem behindertengerechten Ferienhaus Urlaub zu machen. Dem haben wir Rechnung getragen“, so Lanfermann, die im Sommer 2016 die Geschäftsführung von Barbara Frerker übernommen hatte. 

Die Spendenentwicklung des Vereins bewegte sich auf dem Niveau des Vorjahres. Die Geschäftsführerin bedankte sich ausdrücklich bei den zahlreichen Spendern und Unterstützern für ihr Vertrauen, von denen einige Löwenherz auch in ihren Testamenten berücksichtigten. „Die Erbschaften sind ein besonderes Geschenk, mit denen wir auch in den kommenden Jahren Entlastungsangebote für Familien finanzieren können“, sagte Fanny Lanfermann. „Die Erbschaften geben uns zugleich die Möglichkeit, für schwierige Zeiten Vorsorge zu treffen.“  

Die Mitglieder stimmten einstimmig über eine Satzungsänderung ab und machten damit den Weg frei für eine Wohngemeinschaft für lebensverkürzend erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Für sie gibt es bisher kaum entsprechende Angebote.

Ungebremst ist auch die Nachfrage nach einem stationären Aufenthalt in Syke, berichtete Gaby Letzing, Leiterin des Kinder- und Jugendhospizes. So waren im vergangenen Jahr 169 Familien zu Gast, davon 27 Familien zum ersten Mal. „Wir könnten theoretisch mehr Familien aufnehmen -  das ist allerdings wegen der fehlenden Pflegekräfte nicht möglich“, erläuterte Gaby Letzing. Es sei nicht ganz einfach, qualifiziertes Personal zu finden. „Engagierte Pflegekräfte sind bei uns immer herzlich willkommen.“

Gaby Letzing berichtete, dass in Berlin mit den Krankenkassen erstmalig eine Bundesrahmenvereinbarung über stationäre Kinderhospize entwickelt wurde. Das habe zur Folge, dass Löwenherz künftig nur noch rund ein Drittel der Kosten für die Pflege und Begleitung der Kinder und Jugendlichen durch Spenden finanzieren müsse. Gaby Letzing. „Das ist ein großer Schritt. Die Erhöhung ist zugleich an einen festen Pflegeschlüssel gebunden. Kinderhospize müssen also künftig eine festgelegte Anzahl von examinierten Pflegekräften und Sozialpädagogen pro Platz vorweisen. Wir begrüßen das sehr, denn diese Regelung trägt dazu bei, die Qualität in der Kinderhospizarbeit zu sichern.“

In ihrem Impulsvortrag zum Thema Zeit beschrieb die Kinderhospizleiterin, wie Eltern von unheilbar erkrankten Kindern häufig die Zeit empfinden: „Wenn die Kinder keine Zeit mehr haben, dann ist es das Wichtigste, ihnen genügend Zeit zu schenken - durch Zuwendung und Pflege.“

Eine wichtige Basis für die Arbeit bildeten auch im vergangenen Jahr die 175 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. „Mit Begeisterung und Hingabe unterstützen sie die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins sowie die ambulanten und stationären Angebote“, sagte Fanny Lanfermann und dankte den Ehrenamtlichen für ihren großen Einsatz. So informierten sie Interessierte an 70 Infoständen, hielten 24  Vorträge in Schulen, backten Kuchen für die Familien im Löwenherz oder wirkten bei fast 300 Spendenübergaben mit. Um fast ein Drittel stieg die Zahl der Benefizaktionen. Insgesamt 190 Mal engagierten sich Schulklassen, Vereine, Unternehmen und Privatleute in kreativer und sportlicher Weise.

Mit einem Sommerfest und weiteren Aktionen feierte der Ambulante Kinderhospizdienst Löwenherz Bremen und Umzu im vorigen Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Mehr als 40.000 Stunden unterstützten die Freiwilligen seit dem Beginn der ambulanten Arbeit von Löwenherz die Familien zu Hause. Das Bremer Team begleitete im vergangenen Jahr 45 Familien, mit den angeschlossenen Kooperationspartnern waren es in Braunschweig 22 und bei Ambulant Niedersachsen landesweit 20 Familien.

Der Verein Kinderhospiz Löwenherz hatte zum Ende vorigen Jahres mehr als 1.900 Mitglieder. Für ihre zehnjährige Mitgliedschaft wurden auf der Versammlung 31 aktive Mitglieder geehrt.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.loewenherz.de