Pflegekräfte-Mangel im Kinderhospiz

Quelle: news38.de, 10.02.2018

Hannover. Die Kinder- und Jugendhospize in Niedersachsen spüren den Pflegekräfte-Mangel mehr als andere Einrichtungen. Denn Fachkräfte müssten für einen Job im Hospiz ihre gewohnten Pfade verlassen, sagte ein Sprecher des Kinder- und Jugendhospizes Löwenherz in Syke anlässlich des bundesweiten "Tags der Kinderhospizarbeit" am Samstag. "Pflegekräfte sind in erster Linie dazu ausgebildet, zu heilen", betonte er. Die Kinder, die in die Einrichtungen kämen, blieben dagegen unheilbar krank.

Das Hospiz Löwenherz bietet 16 Plätze mit einer Eins-zu-eins-Betreuungan. Aufgenommen würden somit nur so viele Kinder und Jugendliche, wie auch Fachkräfte vorhanden seien. "Es gibt Zeiten, an denenen wir nicht alle Plätze belegen können", sagte der Sprecher. An speziellen Infotagen informiere das Hospiz deshalb Fachkräfte über seine Arbeit. "Viele haben oft falsche Vorstellungen".

Keine Sterbehäuser

Kinderhospize sind nach Angaben des Sprechers keine Sterbehäuser, die wesentliche Funktion ist vielmehr die Entlastung der Familien. Durch die Aufenthalte werde den Eltern Erholung und ein Austausch mit anderen Betroffenen ermöglicht. In Deutschland gibt es nach Angaben desDeutschen Kinderhospizvereins 17 Kinder- und Jugendhospize.

Den "Tag der Kinderhospizarbeit" nutzen Einrichtungen bundesweit regelmäßig, um mit Vorträgen und Ausstellungen auf ihre Tätigkeit aufmerksam zu machen. Hochrechnungen zufolge leben in Deutschland 40.000 Familien mit schwer kranken Kindern, die aller Voraussicht nach vor dem Erwachsenenalter sterben werden.