„Es gibt ein Leben vor dem Tod“

Bereiten den Fachtag vor: (stehend v.l.) Patricia von Bodecker, Elke Borghorst, Claudia Kemper und (sitzend v.l.) Rena Meyer, Edeltraut Güttler, Andreas Weber-Sordon und Brigitte Meyer. © Seidel

Quelle: Kreiszeitung, 21.01.2018

Zweite Hospiz- und Palliativ-Fachtagung

Twistringen - „Dem Sterben einen Platz im Leben geben“ lautet das Leitthema der zweiten Hospiz- und Palliativ-Fachtagung im Landkreis Diepholz. Das reflektieren am Freitag und Samstag, 20. und 21. April, renommierte Referenten in neun Fachvorträgen. Ärzte, Pflegekräfte und Ehrenamtliche in der Hospizarbeit sollen davon gleichermaßen profitieren. Sie können ebenso neue Erkenntnisse in zehn Workshops gewinnen und ganz persönlich vertiefen. Forum dafür ist das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen.

Eine Gruppe aus Ehrenamtlichen hat das Programm gemeinsam mit der neuen Geschäftsführerin des Palliativstützpunktes in Sulingen, Dr. Claudia Kemper, erarbeitet. „Wir wollen zur Enttabuisierung des Sterbens und zur Verbesserung von Lebensqualität in der letzten Phase des Lebens beitragen“, so die Organisatoren, die sich selbst als „multiprofessionelle Arbeitsgruppe“ bezeichnen. Den Mitwirkenden ist es wichtig, die Vernetzung von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Arbeit mit Schwerstkranken und Sterbenden zu unterstreichen. Neu im Programm ist deshalb das „Erzählcafé“, das den kollegialen Austausch ermöglichen soll. Außerdem gestalten die Organisatoren gemeinsam mit einer Bestatterin einen „Raum des Abschieds“, der den Teilnehmern innere Einkehr ermöglichen soll.

Den Hauptvortrag am 20. April hält Professor Stein Huesebö, Gründer der skandinavischen Gesellschaft für Palliativmedizin. Er beleuchtet die „Würde im Alter“. Michael Schmieder referiert am 21. April zum Thema „Es gibt ein Leben vor dem Tod“, bevor Clownin Sabine Voss über ihre Arbeit auf einer Palliativstation und im Kinderhospiz Löwenherz berichtet. „Humor und Lebenssinn – Sterben und Tod anders begegnen“ beleuchtet Christian Heeck, bevor Professor Werner Schneider Hospizkultur und Palliativkompetenz in den Blick nimmt und diese Verbindung zwischen Ehrenamt und Professionalität beleuchtet. Den „Letzte Hilfe Kurs“ stellt Professor Georg Bolling vor, bevor sich Dr. Siegfried Schulte mit der „Medizin am Lebensende“ befasst. „Cannabis für alle?“, diese provokante Frage stellt Dr. Henning Cuhls. Über „Algorithmen in der täglichen Palliativversorgung“ spricht schließlich Gerd Altrogge.

Parallel dazu bieten die Organisatoren am Samstag die zehn Workshops an – zu Themen wie „Humor in der Sterbebegleitung“, „Trauer, Tränen, Trost und Tango“ oder „Umgang mit dem toten Körper“, „Begleitung demenziell erkrankter Menschen“ sowie „Umgang mit psychisch erkrankten Menschen“ und anderes mehr.

Anmeldung und weitere Informationen im Palliativstützpunkt telefonisch (04271/952872) oder per E-Mail (info@palliativ-diepholz.de) sowie über das Internet (www.palliativ-diepholz.de).