Ein Herzenswunsch ging in Erfüllung

Pressemitteilung - Syke, 18.12.2018

Mitarbeiterin des Bundesfreiwilligendienstes engagiert sich im Löwenherz

Syke – Vögel zwitschern, Bäume bewegen sich leicht im Wind, ein Eichhörnchen springt über die geschwungenen Wege. Mittendrin arbeitet Anna Weisemann in den Beeten des Löwenherz-Gartens. Es ist ihr Lieblingsplatz. Hier, in der Nähe des Waldes, fühlt sie sich wohl. Sie ist sie in ihrem Element und genießt die besondere Atmosphäre.

Anna Weisemann leistet ihren Bundesfreiwilligendienst im Löwenherz. Mit einem Augenzwinkern werden sie liebevoll kurz „Bufdis“ genannt - jene Menschen, die sich wie Anna Weisemann engagieren. Die 62-Jährige ist im Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz gleich an drei Stellen im Einsatz: In der Hauswirtschaft,  im Garten sowie im Jugendhospiz. Anders als bei jungen Bufdis, die sich noch orientieren, ihre Zeit bis zum Studium oder zum Start in den Beruf überbrücken möchten, hat sie sich ganz bewusst für diesen Dienst entschieden.

Vor drei Jahren ist Anna Weisemann der Liebe wegen in die Region gezogen. Bei Spaziergängen erkundete sie damals die Gegend und kam auch am Löwenherz an der Straße Siebenhäuser vorbei. „Ich war schon damals vom Garten und der Institution fasziniert. Schnell kam der Wunsch auf, dort mitzuarbeiten“, erzählt sie. „Nach 42 Jahren in einer biotechnologischen Chemiefirma brauchte ich einen Perspektivwechsel.“ Zunächst begann sie einmal wöchentlich als Ehrenamtliche im Garten. Doch das war ihr nicht genug. „Ich hatte das Gefühl, da geht noch mehr. Ich wollte einfach noch intensiver und näher an den Kindern, deren Familien und dem Löwenherz-Team dran sein“, beschreibt Anna Weisemann ihre Motivation. Ihre Nichten engagierten sich zu dieser Zeit  im Freiwilligen Sozialen Jahr (FsJ) und so machte sich die gelernte Chemielaborantin auf den Weg, um ebenfalls als Freiwillige mitzuarbeiten.

„Als Bufdi ist die Arbeit für mich verpflichtender. Man gehört mehr zum Team ­– Dienstbesprechungen, Betriebsausflüge und Feiern inklusive“, erzählt sie. Die 62-Jährige arbeitet 20 Stunden pro Woche im Kinder- und Jugendhospiz. Zwölf Stunden davon ist sie in der Hauswirtschaft, im Sommer unterstützt sie im Garten, im Winter hilft sie im Jugendhospiz. „Der enge Kontakt zu den Kindern und Familien ist eine wunderbare Erfahrung“, resümiert Anna Weisemann. „Beim Vorlesen, Spazierenfahren oder der ,Schönheitspflege‘ wie Lackieren der Fingernägel sowie Flechten der Haare habe ich das Gefühl dazuzugehören - ein Teil des Ganzen zu sein“. Im Laufe der Zeit und mit viel Respekt sei die anfängliche Hemmschwelle zu den Jugendlichen immer weiter abgebaut worden.

„Es ist eine wertvolle Zeit für mich. Ich möchte auf jeden Fall nach diesem Jahr weiter ehrenamtlich arbeiten“, beschreibt sie ihre weiteren Pläne. „Eventuell mache ich jetzt eine Fortbildung für die Schulassistenz. Ich finde das Bufdi-Konzept für jedes Lebensalter bereichernd.“ Wer möchte, könne seinen sozialen Beitrag leisten und neue Erfahrungen sammeln. „Mit dieser Arbeit habe ich mir einen Herzenswunsch erfüllt“, sagt Anna Weisemann und strahlt.

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