Heitere Stimmung beim Löwenherz-Geburtstag

Pressemitteilung - Syke, 23.09.2018

Mehr als 5000 Besucher kamen ins Kinder- und Jugendhospiz - großes Interesse an der Arbeit

Syke – Das Wetter meinte es am Samstag gut mit den Löwenherzen: Beim 20. Jubiläum blieb es den ganzen Tag über trocken. Und so feierten mehr als 5 000 Besucher bei schönem, teilweise sogar sonnigen Herbstwetter einen fröhlichen Tag der offenen Tür im Kinder- und Jugendhospiz in Syke. Die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter erläuterten den Gästen die verschiedenen Angebote für unheilbar erkrankte Kinder, Jugendliche sowie deren Familien. Viele Besucher hatten großes Interesse an der Arbeit und stellten den Mitarbeitern Fragen. Für Eltern und ihre erkrankte Kindern gab es ein Familien-Begegnungsfest mit verschiedenen Mitmach-Aktionen.

Die Maschinen dröhnten schon von weitem, als rund 700 Motorradfahrer von drei niedersächsischen Clubs aus Oldenburg, Hannover und dem Umland auf ihren chromblitzenden Maschinen in einer langen Kolonne zum Geburtstagsbesuch im Kinder- und Jugendhospiz vorfuhren. Die Biker hatten Spenden gesammelt, um sie persönlich vorbeizubringen. Die Besucher empfingen sie begeistert, eine Elfe und ein Troll begrüßten die Motorradfahrer mit riesigen Seifenblasen.

Bei einem Festakt zur Eröffnung der Jubiläumsfeier überbrachte Staatssekretär Heiger Scholz aus dem Sozialministerium Grüße von Sozialministerin Dr. Carola Reimann und Ministerpräsident Stephan Weil, die das Kinderhospiz vor einigen Monaten besucht hatten. Wer das Haus erlebe, stelle fest, dass es ein fröhliches, lebensbejahendes Haus in einer schweren Situation sei, sagte Scholz. "Sie entlasten die Eltern von der alltäglichen Arbeit. Und sie entlasten damit auch die Partnerschaft - auch das ist immens wichtig." Die Syker Bürgermeisterin Suse Laue betonte, dass das Kinder- und Jugendhospiz "mit Sicherheit ein Leuchtturm für die Stadt" sei. Ein weiterer sei das Pflege-Kompetenzzentrum des Kreises Diepholz in Syke. Hier könne man vielleicht eine Brücke schlagen, regte sie an. "Denn Pflegekräfte werden ja dringend gebraucht."

In einem Interview mit Gaby Letzing, Leiterin des Kinder- und Jugendhospizes, berichtete Ramona Küsters (22), dass ihr erst im Kinderhospiz bewusst geworden sei, dass man im "Löwenherz auch über sehr schwierige Themen reden kann". Sie feiere in diesem Jahr bereits zum 15. Mal Weihnachten im Kinderhospiz. Für junge Erwachsene wie Ramona plane man eine Pflege-Wohngemeinschaft, kündigte Gaby Letzing an. "Denn hier gibt es einen sehr großen Bedarf. Dort können die jungen Leute dann nach ihren Wünschen und Bedürfnissen leben, zugleich werden sie medizinisch versorgt. Wie das genau werden soll, besprechen wir mit allen Beteiligten ganz genau." Fanny Lanfermann, Geschäftsführerin des Vereins, berichtete, dass man in diesem Jahr die Löwenherz-Akademie und ein Ferienhaus für Familien eröffnet habe. Ende des Jahres folge ein neuer ambulanter Kinderhospiz-Stützpunkt in Lingen.

Kurz nach der Eröffnung strömten bereits viele Freunde, Unterstützer und Interessierte auf das Gelände. Eine besondere Attraktion war das maßstabsgetreu erbaute Modell des Kinder- und Jugendhospizes (1:100), das Unterstützerin Marit Menninga aus rund 100 000 bunten Lego-Steinen in fast zweijähriger Bauzeit gebastelt hatte. Der ehemalige Bremer Bürgermeister und Löwenherz-Botschafter Dr. Henning Scherf weihte das 2,90 Meter lange und 1,30 Meter breite Modell mit großer Freude ein. Viele Gäste staunten über das perfekte Mini-Kinderhospiz, das nach den Original-Bauplänen errichtet worden war.

Auch die Trikefahrer waren in diesem Jahr wieder zu Gast. Sie boten den Kindern Mitfahrgelegenheiten an. Die Radrennfahrer vom RSC Rot-Gold aus Bremen starteten zugunsten von Löwenherz zu einer Rundtour über 63 Kilometer. Für die großen und kleinen Besucher gab es ein buntes Rahmenprogramm, das sich hören und sehen lassen konnte. Für Gänsehaut sorgte das Duo „Gooseflesh“ mit stimmungsvollen Coversongs und eigenen Stücken. Die Künstlergruppe vom Blaumeier-Atelier aus Bremen begeisterte die Besucher mit ihren humorvollen Einlagen in ihren originellen Kostümen. Die jungen Besucher tobten sich unter anderem am Trapeztrampolin aus oder liefen mit bunt geschminkten Gesichtern vergnügt durch den Garten.

Für die hungrigen und durstigen Gäste gab es Wurst, Pommes, Waffeln, selbstgebackene Kuchen und Torten, Kaffee und an einer Bar alkoholfreie Cocktails. Der Andrang war gewaltig: Mit 600 Bratwürsten, 80 Kilogramm Pommes, 1 150 Stücken Kuchen, 300 Waffen und 250 Litern Kaffee stillten die Besucher ihren Hunger und Durst.    

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