Lingen wird Stützpunkt für Kinderhospiz Löwenherz

Quelle: Meller Kreisblatt, 02.02.2019

Lingen. Die Meurer-Stiftung mit Sitz in Fürstenau unterstützt Aufbau des neuen Kinderhospiz-Stützpunktes Löwenherz in Lingen mit 15.900 Euro. Das Geld stammt aus dem Erlös eines Benefiz-Springturniers auf einer Reitanlage in Bippen.

Den Familien mit unheilbar erkrankten Kindern steht in den Landkreisen Emsland, Grafschaft Bentheim und Umgebung bald ein ambulanter Kinderhospiz-Stützpunkt zur Seite. Dazu wurden in Lingen Kooperationsvereinbarungen mit sieben Hospizvereinen aus der Region unterzeichnet, die die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit bilden, teilte der Verein Kinderhospiz Löwenherz mit.

Kooperation

„Das Ziel ist es, gemeinsam die Kinderhospizarbeit in der Region weiter auszubauen, um Familien mit unheilbar erkrankten Kindern die bestmögliche Begleitung zu bieten“, erläuterte Kirsten Höfer, Leitung ambulante Kinderhospizarbeit Löwenherz. Dazu kooperiert der Kinderhospiz-Stützpunkt in Lingen mit den Erwachsenen-Hospiz-diensten bzw. -vereinen aus Lingen, Nordhorn, Salzbergen, Sögel, Ostercappeln, Damme und Ankum. Mit dem geplanten Angebot reagiert Löwenherz auf die stetig wachsende Nachfrage von Familien und wird deshalb auch einen eigenen ambulanten Kinderhospizdienst am Stützpunkt ansiedeln. Er übernimmt auch die Schulung der Ehrenamtlichen.

Unterstützung vor Ort

Der neue Kinderhospiz-Stützpunkt begleitet die Familien direkt vor Ort und im Emsland. Ehrenamtliche Kinderhospizbegleiter fahren zu ihnen und unterstützen sie zu Hause. Familien mit unheilbar erkranken Kindern sind in ihrem Alltag oft am Rande ihrer Kräfte: Sie versorgen ihr Kind rund um die Uhr, ein „normaler Tagesablauf“ ist nicht mehr möglich. Auch nachts werden sie oft geweckt, um ihre Tochter oder ihren Sohn zu versorgen. Manchmal zieht sich die Erkrankung über Jahre hin. Das kostet die Eltern viel Energie. Hinzu kommt die Angst um den Tod ihres Kindes. Für die Geschwister bleibt da häufig wenig Zeit. Auch die Beziehung zum Partner wird dabei auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Die meiste Zeit sind die Familien zu Hause auf sich allein gestellt, denn ein stationäres Kinderhospiz nimmt Familien höchstens für vier Wochen pro Jahr auf. Der ambulante Kinderhospizdienst bietet ihnen in dieser Lebensphase wichtige und wertvolle Unterstützung, heißt es abschließend.