Mit Rollstuhl im Urlaub mobil

Quelle: Nordwest-Zeitung, 10.01.2019

Das Kinderhospiz Löwenherz ermöglicht Familien unheilbar kranker Kinder einige erholsame Tage im Ammerland. Künftig sind auch Radtouren möglich. Der Lions-Club spendet dem Kinderhospiz ein „Rollfiets“.

BAD ZWISCHENAHN /SYKE Es hat etwas länger gedauert als geplant, aber über Silvester hat die erste Familie im Ferienhaus des Kinder- und Jugendhospiz’ Löwenherz in Bad Zwischenahn Urlaub gemacht. Eigentlich hatte der Verein Löwenherz den ersten Familien mit unheilbar kranken Kindern schon im Sommer ein wenig Ruhe und Erholung in Bad Zwischenahn bieten wollen, aber dann verzögerte sich die Fertigstellung des Hauses.

Jetzt war es aber so weit und die erste Familie sei so begeistert gewesen, dass sie auf jeden Fall wiederkommen wolle, berichtete Lanfermann am Dienstag. Da gab es in der kleinen Ferienhaussiedlung an der Wiefelsteder Straße in Aschhausen noch einen freudigen Termin. Vertreter von gleich vier Lions Clubs, nämlich Ammerland, Ammerland-Inamorata, Wiesmoor und Uplengen waren nach Bad Zwischenahn gekommen um ein „Rollfiets“ zu übergeben. Dieses spezielle E-Bike hat vorne eine Plattform, auf der ein Rollstuhl verankert werden kann.

„Die Familien, die zum Erholungsurlaub nach Bad Zwischenahn kommen, können also auch mit ihren kranken Kindern künftig Radtouren unternehmen, und die frische Luft genießen“, sagte Andreas Schiel, Past-Präsident des Lions Clubs Wiesmoor, der die gemeinsame Spendenaktion angestoßen hatte. Neben den vier Clubs hatten sich auch der übergeordnete Distrikt Niedersachsen-West und der Bad Zwischenahner Fachhändler „e-motion“ beteiligt, der das 9500 Euro teure Spezialgefährt auch geliefert hat.

Der Kontakt zwischen den Lions-Clubs kam unter anderem über Karlheinz Eschen zustande, Bauträger der Ferienhaus-Siedlung „Residenz am kleinen Meer“, zu der das Löwenherz-Haus gehört, und Lions-Mitglied in Wiesmoor.

Das Team der Residenz übernimmt auch den Kontakt zu den Familien vor Ort, buchen können die Familien ihren Aufenthalt über das Kinderhospiz. Das Haus hat zwei komplett für die oft schwer behinderten Kinder geeignete Wohnungen, eine größere im Erdgeschoss, eine kleinere, über Fahrstuhl zu erreichen, im Obergeschoss. „Die Familien zahlen generell nur einen Betriebskostenanteil von 100 beziehungsweise 150 Euro“, erläuterte Lanfermann.

Möglichst unbürokratisch soll der der Aufenthalt sein. Viele der betroffenen Familien seien finanziell ohnehin stark belastet. „Und die Familien, die es sich sich leisten können, tragen in der Regel noch mit einer Spende zu ihrem Aufenthalt bei“, so Lanfermann.