Wenn der Bundespräsident zum Kaffee einlädt

Pressemitteilung - Syke, 11.06.2019

Löwenherz-Ehrenamtliche zur Grundgesetz-Feier in Berlin

Plötzlich stehen sie da, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, direkt neben Lydia van Loh-Wark. Eigentlich keine Überraschung, war die Einladung zur Kaffeetafel des Bundespräsidenten anlässlich des 70. Geburtstags des Grundgesetzes doch genau für dieses Treffen gedacht. Für das Treffen von Bürgerinnen und Bürgern mit den höchsten Vertretern der deutschen Politik. Und dennoch: Von einer gewissen Aufregung kann sich Lydia van Loh-Wark, die bereits seit zehn Jahren ehrenamtlich für das Kinderhospiz Löwenherz arbeitet, nicht freimachen. Charisma und Ausstrahlung der Politiker sind beeindruckend.

Über die Inhalte der Gespräche zwischen den insgesamt 200 geladenen Gästen und den Vertretern aus Politik und dem öffentlichen Leben wird Stillschweigen vereinbart, Presse und Öffentlichkeit sind ausgeschlossen. Eine gute Idee und richtige Entscheidung, findet Lydia van Loh-Wark: „Dadurch war die ganze Atmosphäre sehr entspannt, und es gab hochinteressante Gespräche.“ Gespräche, mit denen die Löwenherz-Ehrenamtliche eigentlich gar nicht gerechnet hatte. Denn selbst die Einladung in den Garten des Schloss Bellevue kam völlig unverhofft. „Es war mir fast ein bisschen peinlich, überhaupt dabei zu sein. Schließlich sind andere Menschen ja noch viel aktiver im Ehrenamt unterwegs“, sagt sie. Auch habe sie erst gar nicht gewusst, wer sie als Gast für die Kaffeetafel des Bundespräsidenten vorgeschlagen hatte. „Entscheidend war wohl, dass ich neben meinem Ehrenamt auch berufstätig bin, dieser Spagat war mein Ticket nach Berlin.“

Wenn sie für Löwenherz nicht gerade Öffentlichkeitsarbeit an den Info-Ständen betreibt oder Grußkarten bastelt und dem Verein damit auch ein Gesicht gibt, arbeitet Lydia van Loh-Wark im Rechnungswesen der Bremischen Bürgerschaft. Überdies ist sie auch auf der Palliativstation des Klinikums Links der Weser aktiv – natürlich ebenfalls ehrenamtlich. „Ich bewundere alle Pflegekräfte, dagegen bin ich ja nur ein kleines Licht“, meint die Verwaltungsangestellte. Aber damit tut sie sich selbst ein bisschen Unrecht. Denn die Gesellschaft ist auf Menschen wie die gebürtige Ostfriesin angewiesen – das beweist jeder einzelne Tag. Und als Anerkennung, stellvertretend für die vielen anderen Ehrenamtlichen im ganzen Land, steht plötzlich der Besuch beim Bundespräsidenten auf dem Programm.

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